Mutter

Ich hab eine Geburtstagskarte von meiner Mutter bekommen. 


Ich hab sie in die Tonne geschmissen.


Oberlehrerhaft, kühl-distanziert. Nichts, was man sich hinter den Spiegel steckt.


Die Karte war Anlass genug, um meine Beziehung zu meiner "Ursprungsfamilie" auf den Prüfstand zu stellen. Die einen, die mich lieb hatten, sind tot, die anderen, die mich kritisch beäugen, leben noch. Habe die gesammelte Korrespondenz der letzten 38 Jahre in der Papiertonne entsorgt.


Glücklicherweise habe ich meine eigene Familie, meine Kinder.


Schluß mit den gekünstelten Glückwünschen zu Jubiläen, Schluß mit dem konstruiertem Familienzusammenhalt, den es so gar nicht gibt.


Adieu!